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Der gutmütige Büffel


6.2.1913-25.1.1914 24.1.1925- 11.2.1926 11.2.1937-30.1.1938 29.1.1949- 15.2.1950 15.2.1961 -4.2.1962 3.2.1973-22.1.1974 19.2.1985-8.2.1986 7.2.1997-27.1.1998
Dem Büffel, sagt ein altes chinesisches Sprichwort, ist das frische Gras lieber als eine goldene Futterkrippe. Es spiegelt die bescheidene Art der Leute wider, die in einem Büffel-Jahr geboren wurden. Dabei sind es Menschen von Saft und Kraft, denen man trotz aller Behäbigkeit anmerkt, dass sie zu arbeiten gewohnt sind. Sie sind sanft und geduldig - aber wehe, jemand reizt sie! Den nehmen sie sofort auf die Hörner. Denn hinter ihrem ruhigen Wesen steckt der Choleriker, der wutschnaubend Hindernisse aus dem Weg räumen kann, der sich Respekt verschaffen wird und der nach oben will, ohne Rücksicht auf Verluste.

Der Büffel wird immer den geraden Weg suchen. Krumme Touren sind ihm verhasst. Er vertraut auf seine Arbeitskraft. Sein stures Beharren auf dem, was er einmal als richtig erkannt hat, macht ihm im Kollegenkreis manchen Feind, fördert aber sein Ansehen bei Vorgesetzten. So wird er bald hochgelobt in die obere Etage des Lebens, kann sich alles Erdenkliche leisten und vielen befehlen. Denn Kommandieren tut er für sein Leben gern.

Das prädestiniert ihn zum Chef einer Polizeieinheit ebenso wie zum Ab-teilungsleiter eines Industrie-Unternehmens, zum Chefarzt wie zum Boss eines Handwerksbetriebes. Aber er wird ebenfalls in künstlerischen Berufen seinen Mann stehen, als Lichtbildner etwa und als Architekt. Er schätzt auch bodenständige Arbeit, wäre mithin der geborene Landarbeiter. Da er jedoch nie ganz unten bleiben kann, wird er bald des Bauern Tochter heiraten und den eigenen Hof bestellen.
Bei den Frauen sind die Ziele ähnlich gesteckt, nur dass hier noch einige Sozialberufe hinzukommen, in denen die Büffel-Dame den Aufstieg sucht. Viele Managerinnen von heute sind unterm Büffel-Zeichen geboren. Freilich darfauch nicht verschwiegen werden, dass die Weltgeschichte einige Diktatoren kennt, die in Büffel-Jahren zur Welt kamen.
Wie ganz anders sind doch Büffel in den eigenen vier Wänden. Da sind sie die Sanftheit in Person. Büffel-Damen sind die liebevollsten Mütter, die aufmerksamsten Ehe- und Hausfrauen, wenn es nur nach ihrem eigenen Kopf geht. Wehe dem Mann, der sich erdreistete, in ihre Kochtöpfe zu schauen! Man lasse sie schalten und walten und hat bei ihnen den Himmel auf Erden.

Der Büffel-Mann ist traditionsbewusst, die Güte selbst. Er überschüttet seine Lieben mit Freundlichkeiten. Und doch ist es möglich, dass sie sich gegen ihn auflehnen, obwohl sie wissen, dass für ihn kein Opfer zu groß ist, sofern es nur den Wohlstand der Familie sichert. Wenn sie sich erst mal die Hörner ein wenig abgestoßen haben, sieht man die Büffel oft in Spitzweg-Pose daheim - mit Pantoffeln an den Füßen und der Zipfelmütze auf dem Haupte. Denn Gemütlichkeit geht ihnen am Feierabend über alles.

Trotzdem können sie recht unbequeme Ehepartner sein. Nicht, dass Büffel eifersüchtig wären, denn wenn sie vor dem Traualtar ihr Jawort gegeben haben, vereinnahmen sie den Ehegespons als persönliches Eigentum. Herzensdiebe, die sich da einschleichen wollen, um fremde Früchte zu ernten, oder gewissenlose Hausfreunde werden nicht geduldet.
Man ist treu und kann darum auch Treue verlangen! Zum Dank ist der Büffel-Partner so eine Art Lebensversicherung: Er sorgt stets vor, dass noch ein Notgroschen in der Kasse bleibt.

Büffel-Männer haben viel für den Sex übrig; ihre sanfte, behutsame Art wird von Frauen gelobt. Nur hält er sich meistens nie lang beim Vorspiel auf, sondern geht gleich zur Sache, wobei er oft die romantischen Gefühle seiner Herzallerliebsten zertrampelt, nicht verstehend, dass sie nicht ebenso robust reagiert wie er selber.
Büffel-Frauen sind sinnlicher veranlagt. Sie tragen stets viele unerfüllte Sehnsüchte auf ihrem Lebensweg mit. Aber nie werden sie sich ihrem Partner offenbaren. Sie werden seine Sexgelüste hinnehmen, mitmachen und schweigen — wie anders hatten sie es sich doch einst gedacht!

Wer mit Büffeln zusammenleben muss, sollte sie gewähren lassen; im Grunde meinen sie es ja alle gut mit ihren Mitmenschen. Oder von vorneherein einen Strich ziehen: bis hierher und nicht weiter!
Büffel-Damen und Büffel-Herren aber sei der Rat gegeben, etwas weniger die Hörner zu zeigen, wenn es mal nicht so recht nach ihrem Willen geht. Das würde sie mehr Freunde und mehr Lebensfreude finden lassen. Die sanften Büffel sind es, die alle lieben. Sie sollten öfter abschalten und ihren künstlerischen oder sportlichen Hobbys nachgehen - das erhält sie gesund bis ins Methusalem-Alter.