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Der treue Hund
27.1.1922-14.2.1923
14.2.1934-2.2.1935
2.2.1946-21.1.1947
18.2.1958-6.2.1959
6.2.1970-25.1.1971
25.1.1982-12.2.1983
10.2.1994-29.1.1995
29.1.2006-15.2.2007
Das ist das Seltsame an solch einem Hunde-Leben: Sie wollen es allen recht machen, und dann merken sie, dass sie dabei gar nicht so richtig lagen. Das fordert der Hunde Trotz heraus, knurrend stehen sie vor den verständnislosen Mitmenschen und kläffen sie an. Sie beißen nicht. Hinterher tut ihnen auch alles wieder leid - Hunde mögen keinen Streit, obwohl sie ihn oft selbst vom Zaune brechen. Hunde sind gutmütig, vor allem treu. Sie würden sich für ihren Nächsten zerreißen lassen, sich vor ihn stellen, wenn er unrecht behandelt würde. Sie werden ihn selbst dann noch verteidigen, wenn er silberne Löffel geklaut hat, und behaupten, der Bestohlene sei wahrscheinlich selbst an dem Diebstahl schuld, er hätte ja besser aufsein Silber aufpassen können. Wen Hunde lieben, den lieben sie eben mit letzter Konsequenz.
Im Jahr des Hundes geborene Menschen sind selbstlos, sie vertreten die Sache, von deren Richtigkeit sie überzeugt sind, bis zum Äußersten. Man findet sie daher als Boss von Gewerkschaftsorganisationen und als unerschrockene Parlamentarier, als Lehrer und Richter, als Philosophen und Schriftsteller. Kritische Journalisten wurden in diesem Zeichen zu Hunderten geboren. Hunde-Geborene eignen sich auch, vor allem die Frauen, für Sozialberufe und natürlich für den geistlichen Stand.

Spitzenpositionen haben die meisten Hunde nicht inne, das kommt daher, dass sie auf dem Weg zum Erfolg unterwegs hängen bleiben - als rechte Hand des Chefs. Man vertraut ihnen, weil sie über Interna schweigen können.
Hunde erkennen die Obrigkeit als naturgegeben an. Sie gehorchen aufs Wort, wenn auch manchmal zähneknirschend, und tun dann doch das, von dem sie glauben, dass es richtig sei. Treue Hunde haben manche Firma vor dem Konkurs gerettet, weil sie Anordnungen in ihrem Sinne auslegten. Sie werden kein Wort darüber verlieren, wenn der Chef nach Abwendung des Ruins alles sein Werk nennt. Ein Hund findet sich überall zurecht. Er weiß zu organisieren, selbst scheinbar zu Bruch Gegangenes wieder zu reparieren. Er ist ein Künstler im Handwerklichen. Und er müsste eigentlich der größte Optimist sein, wenn er nicht so viele Wenn und Aber fände. So erscheint er seinen Mitmenschen eher pessimistisch, oft trüben Gedanken nachhängend, grüblerisch. Er braucht von Zeit zu Zeit das Alleinsein, um sich zu sammeln, um zu verarbeiten, was in seiner Nachtseele negativistisch brodelt.

Diese innere Sammlung lasst ihn Auswege finden, auf die sonst niemand käme. Hunde können in. den kritischsten Situationen kaltblütig bleiben. Sie führen jeden aus einer Notlage heraus,weil sie die Schleichwege instinktiv erahnen, auf denen man entweichen kann. Ihr Spürsinn ist großartig. Hunde sind die besten in der Familie, aber auch hier wird ihre Fürsorge, ihr ständiges Besorgtsein um das Wohl jedes Einzelnen oft falsch ausgelegt. Hunde meinen, dass ihre Ansichten so falsch nicht sein können und beharren darauf. Meist haben sie recht, aber sie brauchten das ihre Mitmenschen nicht immer so penetrant spüren lassen. In der Liebe erscheinen Hunde manchem etwas zu distanziert. In ihrem Inneren jedoch kocht der Vulkan feuriger Leidenschaften. Aber Vulkane brechen heutzutage nur noch selten aus. Und so bleibt auch des Hundes Leidenschaft oft lahmgelegt. Man müsste sie mit sehr viel Einfühlungsvermögen und zarten Streichelkünsten entfalten können. Hunde wirken leicht prüde, sie lieben Intimitäten im Schummrigen oder in der Dunkelheit. Grelles Licht oder Spiegelkabinette sind ihnen beim Spiel zu zweit verhasst. Sie legen sich weise Zurückhaltung auf, und diese wird auch vom Partner erwartet.

Das macht das Zusammenleben mit ihnen nicht sehr bequem, müsste man doch ständig bereits sein, die richtige Schummerstunde zu erraten. Dies gilt für Hunde-Männer, noch mehr aber für Hunde-Frauen. Lassen Sie den Hunden ihre ganz persönlichen Eigenarten, die nur selten zu Unarten werden. Nehmen Sie ihre Fürsorge als Geschenk hin. Der Hunde-Geborene wirds Ihnen danken und alles tun, Ihnen den Himmel auf Erden zu bereiten. Hunde können ein hartes, gerechtes Wort vertragen, aber sie müssen es erst in ihrem Inneren verarbeiten. Üben Sie Geduld, warten Sie ab, er wird von selbst zu Ihnen kommen und Ihnen zu Diensten sein. Streicheln Sie nie einen Hund wider den Strich, dann sträuben sich bei ihm die Haare, und er wird widerborstig. Und lieben Sie ihn, wie er Sie liebt. Denn trotz aller nach außen gezeigten Kühle fühlt sich ein Hund ohne Liebe hundeelend.